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Wann Eis und Schnee zum Problem für das Hausdach wird

27.11.2023

Wie viel Schnee und Eis es im Winter geben wird, kann keiner genau vorhersagen. Doch bereits eine wenige Zentimeter dicke Eis- und Schneeschicht auf dem Dach kann dramatische Folgen haben. Hausbesitzer in schneereichen Gebieten sollten daher wissen, wann die Schneelast zur Gefahr wird.

(verpd) In einigen Regionen Deutschlands sind Eis und Schnee im Winter eher die Regel als die Ausnahme. Allerdings kann eine extreme Schneehöhe oder auch eine massive Eisbildung auf einem Hausdach dazu führen, dass es beschädigt wird oder gar einstürzt. Hausbesitzer sollten daher bei starkem Schneefall und auch bei Eisregen regelmäßig ihr Dach im Blick haben, um mögliche Schäden notfalls noch abzuwenden.

Hierzulande ist jede Region in eine von fünf Schneelastzonen eingeteilt, nämlich 1, 1a, 2, 2a und 3. Die Zonen geben an, welche Schneelast ein Dach in der jeweiligen Region erwartungsgemäß ausgesetzt sein kann und daher auch aushalten sollte. Die Schneelastzonen werden unter anderem nach dem für die Region üblicherweise zu erwartenden Schneefall bestimmt. Je höher die Schneelastzone, umso höher die für ein Hausdach mögliche Schneelast.

Normalerweise ist die Statik eines Hausdaches entsprechend der regionalen Schneelastzone ausgelegt. Bleibt jedoch für die jeweilige Region ungewöhnlich viel Schnee auf den Dächern liegen oder bilden sich dicke Eisschichten darauf, kann die Belastbarkeitsgrenze schnell überschritten werden.

Verformungen des Daches bis hin zum Dacheinsturz sind möglich. Eine zu hohe Schneelast kann nach Aussagen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) zudem eine auf dem Dach installierte Photovoltaikanlage schädigen.

Vom Pulverschnee bis zum Eispanzer

Experten des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und des Bayerischen Staatsministeriums des Innern erklären, worauf Hausbesitzer diesbezüglich achten sollten. So sollte jeder Hausbesitzer wissen, für welche Schneelast sein Hausdach ausgelegt ist. Wie viel Schneelast ein Hausdach im Einzelnen aushält, ist unter anderem von der Bauweise und -form sowie von der Dachneigung abhängig. Je schräger ein Dach, desto schneller rutscht der Schnee ab.

Nach Angaben des Bayerischen Staatsministeriums des Innern wird die Schnellast, für die ein Haus ausgelegt ist, unter anderem im Standsicherheits-Nachweis, der in der Regel im Rahmen des Bauantrages für das Haus bei der Baubehörde eingereicht werden musste, ausgewiesen.

Welche Schneelast tatsächlich vorhanden ist, hängt von der Menge und Beschaffenheit des Schnees auf dem Dach ab. Während zehn Zentimeter Pulverschnee pro Quadratmeter rund zehn Kilogramm wiegen, kommt Nassschnee der gleichen Menge auf 40 Kilogramm und eine zehn Zentimeter dicke Eisschicht sogar auf 90 Kilogramm je Quadratmeter.

Das Hausdach im Blick behalten

Bei einem extremen oder lang anhaltenden Schneefall sollte man regelmäßig sein Hausdach im Blick haben. Wer befürchtet, dass das Dach die Last nicht aushält, sollte sich an einen Fachmann, zum Beispiel an einen örtlichen Dachdecker-Innungsbetrieb oder an die Feuerwehr wenden. Dies gilt insbesondere, wenn bei einer Sichtprüfung bereits Schäden am Dachstuhl, der Dachstuhl-Unterkonstruktion, der Dacheindeckung und der Dachentwässerung vermutet werden.

Niemals sollte man selbst aufs Dach steigen, um die Schneehöhe zu prüfen oder den Schnee vom Dach zu räumen. Denn zum einen ist das Risiko, dabei selbst zu verunfallen, extrem hoch. Zum anderen kann unsachgemäßes Schneeräumen zu Schäden am Dach und/oder an einer installierten Photovoltaikanlage führen.

Weitere ausführliche Informationen, wie man als Hauseigentümer Schäden durch zu hohe Schneelast verhindert, ohne sich selbst zu gefährden, enthält der Webauftritt der BBK. Im Webportal des Deutschen Instituts für Bautechnik ist eine Tabelle im Excel-Format mit den aktuell geltenden regionalen Schneelastzonen abrufbar.

Versicherungsschutz gegen Schneelastschäden

Schäden am Dach und am Haus durch eine zu hohe Schneelast können durch eine sogenannte Elementarschaden-Versicherung abgesichert werden. Eine Elementarschaden-Versicherung kann in der Regel gegen Aufpreis in eine bestehende Gebäudeversicherung miteingeschlossen werden. Sie deckt nicht nur Schäden durch Schneedruck, sondern auch durch andere Naturrisiken wie Hochwasser, Starkregen, Lawinen, Erdbeben oder Erdsenkung ab.

Auch in einigen Hausratversicherungs-Policen lassen sich Elementarschäden gegen einen Aufpreis mitversichern, damit auch der Hausrat gegen Schäden durch die genannten Naturgefahren abgesichert ist. Bei einigen Photovoltaik-Versicherungsverträgen sind Schneelastschäden zum Teil ohne Aufpreis mitversichert.

Inwieweit in einer bestehenden Versicherungspolice Schneelastschäden und andere Schäden durch Naturrisiken mitversichert sind, ist der Police und den zugrunde liegenden Vertragsbedingungen zu entnehmen, kann aber auch beim Versicherungsvermittler erfragt werden.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH

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