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Tipps für das Fahrradfahren im Winter

27.11.2023

Immer mehr wollen auch im Winter mit dem Rad fahren. Experten erklären, was es dabei zu beachten gibt, um auch bei winterlichen Witterungsverhältnissen unfallfrei unterwegs zu sein.

(verpd) Damit Radler sicher durch den Winter kommen, sollten Sie unter anderem auf eine wetterfeste und gut sichtbare Kleidung, eine angemessene Fahrweise sowie ein verkehrssicheres und winterfestes Fahrrad achten. Was dies im Einzelnen bedeutet, erklären unter anderem die Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V.

Im Herbst und Winter muss man mit Laub, Eis und Schnee auf den Straßen sowie mit Sichtbehinderungen durch Nebel rechnen. Auch für Radfahrer erhöht sich dadurch die Unfallgefahr. Umso wichtiger ist es, dass auch das Fahrrad entsprechend der möglichen winterlichen Witterungs- und Straßenverhältnisse ausgerüstet ist.

Zudem sollte der Fahrradfahrer für alle anderen Verkehrsteilnehmer gut sichtbar sein, um nicht übersehen zu werden. Des Weiteren gilt es, besonders vorausschauend und defensiv mit dem Rad zu fahren, um nicht durch Fahrfehler das eigenen Unfallrisiko noch zu erhöhen.

Auf die richtige Beleuchtung achten

Grundsätzlich muss das Fahrrad zu jeder Jahreszeit verkehrssicher sein. Dazu gehört, dass auch die vorgeschriebene Beleuchtung vorhanden und funktionsfähig ist. Laut den Experten des Deutschen Verkehrssicherheitsrats e.V. (DVR) gehören dazu ein weißer Scheinwerfer und ein weißer Rückstrahler vorn sowie ein rotes Rücklicht und ein roter Rückstrahler hinten am Rad.

Sinnvoll ist dabei eine wartungsfreie Beleuchtung, wie einen Nabendynamo, ein LED-Rücklicht sowie LED-Frontscheinwerfer, die auch im Stand leuchten. Die Beleuchtung muss vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zugelassen sein und ein entsprechendes Prüfzeichen also eine Wellenlinie gefolgt von einem K und einer Nummer tragen.

Des Weiteren muss das Rad je zwei gelbe Rückstrahler pro Pedal haben, die nach vorn und hinten ausgerichtet sind. Ebenfalls vorgeschrieben sind zwei gelbe Speichenrückstrahler oder weiße, reflektierende Streifen an den Speichen, den Felgen oder den Reifen. Der DRV rät diesbezüglich: „Mit zunehmendem Alter nutzen sich die Streifen jedoch ab und werden schlechter wahrnehmbar. Deshalb: Genau prüfen, ob sie in der Dämmerung gut sichtbar sind.“

Winterreifen für das Fahrrad

Nach Angaben der Spezialisten des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e.V. (ADFC) lässt sich durch ein moderates Absenken des Luftdrucks in den Reifen, die Haftung verbessern. Noch mehr Grip versprechen Winterreifen, die es auch für Fahrräder gibt. Zwar besteht für das Fahrrad keine Winterreifenpflicht, aber der ADFC empfiehlt diese jedem, der auch im Winter mit dem Rad fährt. Gut zu wissen: Anders als beim Auto dürfen Radfahrer laut Gesetz auch Spikereifen benutzen.

Zudem sollte regelmäßig die Funktionstüchtigkeit der Bremsen geprüft werden. Insbesondere wenn die Straßen mit Salz gestreut werden, ist die Fahrradkette immer wieder vom Schmutz zu befreien und ausreichend zu schmieren.

Von Weitem gesehen werden

Außerdem sollten Radler besonders im Herbst und Winter bei der Kleiderwahl bestimmte Kriterien beachten. So sollte die Kleidung ausreichend vor Kälte und Nässe schützen, aber auch für andere gut sichtbar sein.

Empfehlenswert ist beispielsweise eine Kleidung mit Reflektoren, alternativ kann auch eine Sicherheitswarnweste in Signalfarben genutzt werden, die über der Jacke getragen wird. Ein Helm und gegebenenfalls Handschuhe – hier auch mit Reflektoren, damit man die Abbiegezeichen erkennen kann – sind ebenfalls wichtig, um sicher mit dem Rad unterwegs zu sein.

Übrigens ein Schal oder der Bändel einer Jacke sollten so kurz sein, dass sie nicht an die Radspeichen reichen, anderenfalls könnten sie sich darin verheddern und so zum Sturz führen.

Angepasste Fahrweise

Besonders wichtig ist es auch als Radfahrer, die Fahrweise den Witterungsverhältnissen anzupassen. Der ADFC empfiehlt diesbezüglich bei rutschigen Straßenverhältnissen:

  • „Abstand halten,
  • Tempo reduzieren,
  • in Kurven weder treten noch bremsen, insbesondere bei fester Schneedecke und Glätte,
  • lässt sich Bremsen nicht vermeiden, frühzeitig und maßvoll bremsen sowie
  • auf Glatteis Lenkbewegungen vermeiden und ohne bremsen ausrollen.“

Die Experten raten zudem eher die Hinterrad- als die Vorderradbremse einzusetzen, da das Fahrrad bei einem auf Nässe oder Schnee blockierendem Hinterrad eher stabilisiert werden kann als bei einem blockierenden Vorderrad.

E-Bike oder Pedelecfahrer müssen zudem beachten, dass ihr Rad durch die schnellere Beschleunigung aufgrund des Elektroantriebs leichter die Haftung verlieren kann, daher sollte bei rutschigen Straßen die Antriebsunterstützung möglichst auf niedrigster Stufe stehen.

Sitzhöhe ändern

Ist die Fahrbahn glatt, kann die Höhe des Sitzes abgesenkt werden, um mit den Beinen schneller auf den Boden zu gelangen. Der ADFC betont jedoch: „Da eine falsche Sitzhöhe aber auf Dauer die Knie schädigt, sollte das nur bei wirklich schwierigen Bedingungen geschehen.“ Übrigens ist ein Radweg nicht geräumt, kann auch die Straße mit dem Fahrrad genutzt werden.

Bei Blitzeis oder sonstigen extremen Witterungs- und Straßenverhältnissen ist es unter Umständen sicherer zu Fuß zu gehen oder andere Verkehrsmittel wie Bus, Zug oder Straßenbahn zu nutzen.

Quelle: VersicherungsJournal Verlag GmbH

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